Ein Wunder wird wahr – Dank für die Lichtinstallation im vergangenen Oktober

Das Leben und die Botschaft des heiligen Franziskus von Assisi hat eine Bedeutung in Zeiten wie heute, in denen das Thema „Erhaltung der Schöpfung“ so aktuell ist wie nie. Franz erkennt das Wunder der Schöpfung an und wird fähig, selbst Wunder zu wirken. Eines davon ist seine berühmte Vogelpredigt.

Die Legende erzählt:

Franziskus „kam […] an einen Ort, wo sich eine große Schar Vögel verschiedener Art niedergelassen hatte. Als der Heilige Gottes sie erblickte, ging er schnell auf sie zu und grüsste [sic] sie, als wären sie vernunftbegabte Geschöpfe. Alle schauten ihn an und wandten sich ihm zu. Dabei neigten jene, die in den Sträuchern sassen [sic] als er sich ihnen näherte, ihre Köpfchen und schauten ihn in ungewohnter Weise an. Er kam zu ihnen heran und ermahnte sie alle eindringlich, auf das Worte Gottes zu hören indem er sprach: ‚Meine Brüder Vögel! Voll Eifer sollt ihr euren Schöpfer loben, der euch euer Federkleid und Flügel zum Fliegen geschenkt hat. Er lässt euch in der reinen Luft leben und nimmt sich euer an, ohne dass ihr euch Sorgen zu machen braucht.‘ […] Die Vögel [zeigten] auf wunderbare Weise ihre Freude, reckten den Hals, spreizten ihre Flügel zum Fliegen, öffneten ihren Schnabel und blickten ihn unverwandt an. […] Schließlich spendete er ihnen durch das Kreuzzeichen den Segen, gab ihnen den Abschied, und sogleich flogen sie alle davon. […]“

(Bonaventura, Legenda maj. XII, 3, in: Théophile Desbonnets, Assisi. Auf den Spuren des heiligen Franziskus, Assisi 2007, S. 80 f.).

Die wundersame Vogelpredigt erlangte in der Lichtinstallation der Künstlerin Vanessa Hafenbrädl, musikalisch untermalt von einer Interpretation von Marc Chouarain von Franz Liszt „Die Vogelpredigt des Hl. Franziskus“, in der Pfarrkirche St. Johann in Peißenberg, an einem Wochenende im Oktober, neue Realität. Kunst, die moderne Technik nutzt, um ein visuelles und akustisches Erleben zu ermöglichen, kann, salopp gesagt, Wunder wirken. So könnte die Stimmung bei dem für uns nicht so leicht nachvollziehbaren Ereignis vor 800 Jahren gewesen sein. So könnten es die Gefährten von Franziskus empfunden haben! Danke für diese Eindrücke!

 

Dekan Georg Fetsch

 

Foto: Georg Fetsch