Pfarrer Georg Fetsch

Komm Tröster Geist

Gerne denke ich an den Dienst an meiner Kaplans-Stelle Aichach. Dort machte ich meine ersten Erfahrungen als Priester in der Gemeinde und auch in den verschiedensten Einrichtungen. Eines dieser Häuser war das Heilig-Geist-Spital. Das ist das Seniorenheim, in dem zu meiner Zeit auch noch drei Ordensschwestern tätig waren. Die Spital-Kirche ist ein markanter Bau in der Innenstadt. Der Turm ist mit einer Taube als Symbol für den Heiligen Geist bekrönt. Seit meiner Kaplanszeit sind mir weitere Enrichtungen mit dem Patrozinium „Heilig Geist“ begegnet: Heilig-Geist-Spitalstiftungen, Heilig-Geist-Seniorenheime, ja sogar Heilig-Geist-Krankenhäuser. Da stellt sich mir die Frage: Warum ist das so? Auskunft kann die Pfingstsequenz geben, ein Gebet, das so beginnt: „Veni Sancte Spiritus“, „Komm herab, o Heilger Geist“. Ein Absatz lautet so: „Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not“; und ein anderer: „Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält“. Diese Worte, die schon um 1200 formuliert wurden, zeigen, dass schon seit je her Menschen den Heiligen Geist als starken Beistand in schwierigen Zeiten angesehen haben. So sind schon im Mittelalter Kirchen, die im Zusammenhang mit wohltätigen Einrichtungen wie Spitälern standen, dem Heiligen Geist geweiht worden. Er sollte gerade den alten Menschen, den Kranken und Leidenden Kraft und Trost geben und er sollte Menschen in der Sterbestunde begleiten. Bald feiern wir Christen das Hochfest Pfingsten. Es ist das Fest des Heiligen Geistes. In diesem Jahr kann seine uralte Bedeutung als Fest des Beistandes in Krankheit, Not und Tod ganz neu und mit großer Aktualität zur Geltung kommen. Wir leben in der Zeit der Corona-Pandemie. Sie hat die Welt immer noch im Griff. Da brauchen wir heutigen Menschen ganz besonders den Trost, der von Gott kommt, den schon viele frühere Generationen erfahren haben und den wir bezeugen, wenn wir rufen: „Komm Tröster Geist!“