Pfarrer Georg Fetsch

Heilung

Die Welt braucht dringend Heilung! Zwei große Auseinandersetzungen sind weiterhin in aller Munde: die in der Ukraine, die im Nahen Osten. Viele andere Problemstellungen gibt es: die Klimaveränderung oder die Unzufriedenheit mit der Politik. Dazu kommt noch die große Angst vor dem Extremismus, der zunehmend das gesellschaftliche Leben bestimmt. Was kann hier Heilung bringen?

Das Evangelium vom 5. Sonntag im Jahreskreis (B) versucht eine Antwort (vgl. Mk 1,29-39): Jesus heilt! Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus. Man bringt alle Kranken zu ihm. Sie erfahren Heilung! Auch von Besessen ist die Rede. Sie sind alle auf irgendeine Weise beeinträchtigt, sei es psychisch oder körperlich. Sie befinden sich in den Fängen des Bösen, des Neides, des Gegenseitig-Aufbegehrens, der Gewalt, der Not, der Todesangst. Doch auch hier: Jesus heilt sie!

Heilsame Nähe ist wohltuend. Das haben die Menschen erfahren, die Jesus begegnet sind. Die vielen Heilungsgeschichten in den Evangelien bezeugen das. Doch gibt es dort auch diejenigen, welche Jesus weder als den Heiland erkennen noch annehmen konnten. Angefangen hat es schon bei König Herodes, der dem Jesuskind nach dem Leben trachtete. Die Pharisäer und Schriftgelehrten schmiedeten Pläne, Jesus zu vernichten und führten sie auch aus. Auch das Beispiel des Judas gibt zu denken. Mit einem Kuss verrät der Mensch seinen Freund, dem er wohl einmal sein ganzes Vertrauen geschenkt hat, bei dem Entschluss, seinem Ruf zu folgen und mit ihm zu gehen. Er hat sich ganz entfremdet.

Und wir heute? Sind wir auch so fern von diesem Jesus? Wenn es nach ihm geht, sicher nicht! Der Glaube will sagen: Hier ist nun die Kirche dran. Sie steckt selbst fest in den Problemen der Zeit. Da ist ein Aufbruch dringend nötig, ein Aufbruch, hin zu Jesus. „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“ (Mt 28,20). So hat er einmal gesagt. So kann er heilen, auch heute, auch durch uns! Durch alle, die Jesus Raum geben in ihrem Leben und den Menschen von ihm erzählen!